9 Kommentare zu “Synonyme für „Mut“

  1. Was bedeutet mut? Eine gute frage…

    Ich denke mal, mut liegt im auge des betrachters… Was für den einen mutig ist, kann für den anderen was ganz normales sein…

  2. so ist es !!! …. aber, Sandy , glaubst Du noch immer, hier ginge es um dein kleines, „unbedeutendes“ und so schätzenswertes Leben ? … um deinen alltäglichen Kampf ? ….. nee , hier geht`s um „mehr“ > https://youtu.be/L3kwkcmtJzk

  3. was bedeutet Mut für mich ? … hmm … sowas zB > * „Transformationstherapeuten“, der von heute auf morgen seinen gutbezahlten Manager-Job hingeschmissen hat, um esoterische Seminare und Selbsterfahrungskurse zu veranstalten. * .. Quelle : http://www.huffingtonpost.de/der-rote-reiter/rezension-werde-was-du-kannst_b_6338748.html?utm_hp_ref=wirtschaft …. das Geld liegt auf der Strasse ! …. Dumme gibt`s genug … mit ein wenig Mut wird man ein ganz grosser Abzocker … und sei`s nur mit der Vermarktung esoterischen Mülls ;-))))

  4. Hallo Rubiyn,

    eigentlich wollten wir ja genau das Gegenteil mit unserem Projekt: nämlich weg von einem „mehr“ oder „weniger“, „besser“ oder „schlechter“, „mutiger“ oder „weniger mutig“. Wir wollten eigentlich zeigen, dass Mut überall im Leben vorkommt: im Privaten wie im Geschäftlichen, im Alltag wie in Extremsituationen, bei jungen und alten Menschen, in unscheinbaren wie in spektakulären Dingen. Wir wollten weg von einer Scheuklappen-Perspektive, die nur den schlagzeilenträchtigen Mut sieht. Die Mut gleichsetzt mit (wirtschaftlichem) Erfolg.

    Trotzdem können doch auch Unternehmer mutige Menschen sein, vor allem wenn sie sich selbstständig machen mit alternativen Konzepten, die zB vielleicht umweltverträglicher sind, ressourcenschonender, die Bedürfnisse von Mitarbeitern / Kunden stärker in den Vordergrund stellen, als bei traditionellen Unternehmen. Das ist doch nicht „mehr“ mutig, sondern einfach „anders“ mutig als ein mutiger Schritt im privaten Umfeld.

  5. @Anne-Katrin Hillebrand

    lange Rede … kurzer Sinn : seid doch bitte endlich ehrlich ! … dies ist eine Promo-Seite … Imagepflege für ein Bestattungsunternehmen und dessen Coach (nebst Buch) … manche Besucher der Seite bringt ihr ins Trudeln … Erklärungsnot … Selbstverteidigung … find ich nicht gut ! …. hoffe, dass in dem Kalender wenigstens nur „Mutstories“ von Unternehmensgründern zu finden sein werden …. andere mutige Menschen wären doch irgendwie nur Mittel zum Zweck … da sollte dann das Gewissen einsetzen .

  6. Mut ist für mich Vertrauen in mich und ins Leben, auch wenn ich gerade nicht sehe, wo es langgehen soll. Mut ist für mich auch, Dinge in Angriff zu nehmen, die ich für wichtig oder richtig halte, obwohl sie mir Angst machen oder schief gehen könnten. Authentisch zu sein, gegen den Strom zu schwimmen, „uncool“ zu sein, nicht jedem um jeden Preis gefallen zu wollen, finde ich mutig. Manchmal ist es mutig, aufzugeben, loszulassen…

  7. Schon als Kind konnte ich mit den Begriffen Stolz, Ehre und Mut rein gar nichts anfangen. Bei diesen Begriffen hatte ich einfach ein zutiefst ungutes Gefühl.

    Vielleicht weil man bei allen drei Begriffen im Sprachgebrauch nur „verlieren“ konnte – und ich als Kind nichts verlieren wollte, schon gar nicht etwas, das mit fremd war?

    Später, mit der Erkenntnis, dass man alle menschlichen Gefühle auf die Ebene von „Liebe“ und „Angst“ herunterbrechen konnte, schienen mir Ehre und Stolz eher ein Zeichen von Verlustängsten zu sein, aber Mut ein Zeichen von Vertrauen, ja Liebe zu den eigenen Fähigkeiten.

    Trotzdem blieb mir Mut als Wort fremd und ich bin nie mit dem Gedanken aufgewacht: „Heute bin ich mal mutig!“. Eher war es so, dass manche meiner Entscheidungen im Nachgang von Anderen als mutig beschrieben wurden.

    Für mich waren diese Schritte aber das Ergebnis von (auch lang andauernden) Prozessen, die dann zu einer Veränderung führten – nicht selten zu einer radikalen …

    Denn gibt es eigentlich nicht nur einen einzigen Grund etwas zu verändern (auch im Sinne von mutig sein): „Du hältst es nicht mehr aus!?“
    Im Beruf, in der Liebe, mit Mitmenschen, mit Situationen, und vor allem mit sich selbst?

    Vielleicht ist ja Mut daher nur die Abkürzung von „Mehr Unbegreifliches tun“ oder „Mich Unbekanntes trauen“.

    Das Begehen von verbotenen Feldern, das Brechen unsinniger Regeln, das Ausloten von Grenzen, das Erkennen eigener Stärke, die Liebe zu sich, das Vertrauen auf Gott.

    Viele Menschen scheuen sich vor dem Begriff Gott, leider. Nach meiner Erkenntnis weil Gott meist nur mit Kirche verbunden wird.

    Aber kann man nicht auch gut Auto fahren, ohne ADAC-Mitglied zu sein?
    Und warum gibt es im Schützengraben sprichwörtlich keine Atheisten? Aber sehr viele mutige und tapfere Menschen?

    Aber nun, was ist also für mich Mut? Das Vertrauen, dass Gott dem Gehenden den Weg unter die Füße schiebt.

  8. Also ich meine nicht, dass das Projekt ein Instrument der Eigenwerbung ist und dass die zwölf Kalendergeschichten das hohe Lied des Mutes zum Selbständigmachen
    singen werden . Ich glaube das nicht , aus dem einfachen Grund, weil die Initiatorinnen das einfach nicht nötig haben.

    Ich finde das vielmehr eine tolle und ermutigende Idee, auch und vielleicht auch gerade deshalb, weil mit Mut und Aufforderung zu mutigen Schritten soviel Schindluder getrieben wurde und wird.

    Vorab : Worum ich die Jury ( ein schreckliches Wort, das ich gar nicht mag, ich denke da
    sofort an John Wayne 😉 ) nicht beneide, ist eine Entscheidung zu finden,
    welche Geschichte sie auswählen, zumal sie sich die Sache schwer gemacht haben, indem
    sie Hilfe zur Erstellung der Geschichten angeboten haben. Das ist zwar einerseits sehr sympathisch, weil es der Tatsache Rechnung trägt, dass es Menschen gibt, die
    einen mutigen Schritt gegangen sind, aber ihn nicht beschreiben können, weil sie sich sprachlich nicht so gut ausdrücken können. Andererseits aber beraubt das die Entscheider der Möglichkeit einer sprachlichen Bewertung oder erschwert die zumindest.

    Sieht man davon mal ab, bleibt es schwer genug für sie.
    Denn was ist ein mutiger Schritt ist, ist zunächst mal für jeden etwas anderes.
    „Wat den Ennen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall.“ gilt auch da.

    Die Juroren ( huch …. das ist auch nicht viel besser als Jury ) müssen sich die Frage stellen:
    „Was ist Mut ? Was ist mutig ? Und was ist ein mutiger Schritt ?“
    und anhand einer Kriterienliste und möglicher Nebenbedingungen
    ein Ranking der Beiträge erstellen. Das ist schwer aber hat den angenehmen Nebeneffekt ,
    dass sie ein Kompetenzteam in Sachen Mut werden.

    Da es den Initiatorinnen ein Bedürfnis ist, das Thema öffentlich zu diskutieren ( hätten sie sich sonst die Mühe gemacht, dieses Forum aufzusetzen ? ) , da ich nicht an dem Ausschreiben teilnehmen werde und da ich darüber hinaus ein Hasenfuß bin, spreche ich nicht pro domo, sondern werfe meine Gedanken, die keinen Anspruch auf Originalität erheben, über Mut und mutige Schritte hier in den Ring. Anyone reading ?

    Also los geht’s :

    Ich erspar mir eine Definition des Mutes , das kann wikipedia besser, ebenso eine etymologische Diskussion, das können andere Leute besser, sondern ich beschränke mich auf ein paar Gedanken zum Mut.

    Es gibt diesen alten Spontispruchs „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“.
    Mit dem Mut scheint es mir sich ähnlich zu verhalten, ohne Handeln ist der ganze Mut nicht den Henker wert.
    Man kann sicherlich lernen, mutig zu sein. Man muss allerdings eine Disposition mitbringen: das Selbstvertrauen, dass man das schafft, was mit dem Mut verbunden : Man muss „Traute“ haben oder „Schneid“, das reicht aber auch nicht, es muss eine Beherztheit dazu kommen, also ein emotionales warmherziges involvement, man muss couragiert sein. Natürlich ist es leichter mutig zu sein, wenn man schon mal mit mutigen Schritten Erfolg oder zumindest Anerkennung gehabt hat., aber auch wenn man das selten gehabt hat, sollte man sich nicht entmutigen lassen.

    Praktisches Handeln ist also angesagt und nicht bloß theoretisches Erwägen ,
    auch wenn Dürrenmatt in seiner Roman „Justiz“ schreibt dass die
    menschliche Bestimmung das Denken sei und jeder Ochse handeln könne. Das ist eine falsche Feststellung, wie mir scheint, sowohl für Ochsen als auch für Menschen 😉 .

    Handeln ist aber nicht gleich Handeln.
    Das Handeln muss risikobehaftet sein.
    Das Handeln muss eine Entscheidung abverlangen, die und deren Konsequenzen man zwar zu einem gewissen Grad durchdenken und bewerten kann aber eben nicht vollständig.
    Das Handeln muss irreversibel sein. Der Rubicon, den man bei seinem Handeln überschreitet, mag unterschiedlich tief sein, aber es muss ihn geben,sonst ist das alles flach und trivial. Jemand, der mutig ist, geht ein bewusstes Risiko ein, nämlich mit seiner Handlung zu scheitern. Nicht aber jeder der ein Risiko eingeht, ist allein deshalb schon mutig.

    Nun haben die Initiatorinnen nicht aufgefordert, Beispiele mutiger Handlungen einzuschicken sondern Beispiele mutiger Schritte. Ich unterstelle, dass das mit Absicht geschehen ist. Es könnte sein, dass sie damit die Latte niedriger legen wollten und darauf abheben wollten , dass ein Schritt ( in die richtige Richtung ) schon verlangt, den Stand-Punkt zu ändern und damit schon mutig oder eine (Vor-) Stufe von Mut sein kann.
    Das ist eine Ansicht, die man akzeptieren kann, die ich aber nicht teile. Vielleicht bin ich da zu streng, aber für mich ist Handeln für Mut konstitutiv.

    Mut hat natürlich auch immer einen gesellschaftlichen Kontext. Wenn es einen Wertewandel gibt, dann gibt es sicher auch einen Mutwandel, was sowohl die Formen des Mutes als auch die Gegenstände des Mutes betrifft. Dass es einen genderspezifischen Mut gibt, muss man nicht speziell betonen , das ist nichts Neues . ( So by the way : Wenn es das nicht schon gibt, so an einem Vademecum über 365 mutige Frauen oder Wochenkalender über 52 mutige Frauen aus der Gegenwart und aus der Geschichte mitzuschreiben , das würde mich reizen !)

    Zum Mut gehört auch das Gegenteil, nämlich zwei Formen „Unmut“ und „Angst“
    Zur Unmut : Man kann nicht permanent mutig oder auch nur tätig sein,
    der Mensch hat auch ein Recht auf ein otium cum dignitate oder eine gewisse zumindest zeitweise grantige Wurschtigkeit.

    Das Thema „Angst“ zu behandeln, würde den Rahmen sprengen, aber nur so viel (und ich beziehe mich da auf das Bild der Maus aus dem Kinderbuch ) . Jedermann billigt einer Maus zu, Angst zu haben, insbesondere vor Elefanten. Sie darf sich unserer Sympathie sicher sein, und selbst die von überzeugten Katzenliebhabern. Dagegen setzt sich der Elefant, der Angst vor einer Maus hat, der Lächerlichkeit aus, zu Unrecht, wie ich finde. Auch Elefanten haben das Recht auf Angst ( Katzen natürlich auch, obwohl es ihre Profession und Bestimmung ist, Mäuse zu fangen !)

    Selbstverständlich gehört zu Mut auch die Frage nach dem „Cui bono“.
    Vielleicht fehlen uns auch die richtigen Worte, um folgenden Sachverhalt auszudrücken: das Ergebnis eines mutigen Schrittes kann Vorteile allein für einen selber bringen oder
    Vorteile für andere bringen. Es gibt also einen egoistischen und es gibt einen altruistischen Mut und sicher auch Zwischenformen. Es wäre interessant zu wissen, ob es Kulturen oder Sprachen gibt , die diesen Sachverhalt sprachlich ausdifferenzieren.

    Wenn man über Mut redet, denkt man üblicherweise vom Anfang her, man muss aber auch vom Ende her denken. Wenn was gut ausging, war der Schritt mutig. Wenn es nicht ganz gut oder nur aus Zufall gut ausging, dann war der Schritt wagemutig oder tollkühn. Und wenn es daneben ging, saublöd und unter Umständen flicht der Nachruhm dem Helden nicht einmal Kränze. Vom Erhabenen bis zum Lächerlichen ist nur ein kleiner Schritt. Das gilt auch für den Mut . Es gehört auch Mut dazu , sich lächerlich zu machen, aber das nur nebenbei.

    Die Römer wussten oder glaubten : Fortuna fortem adjuvat. Das Glück hilft dem Mutigen.
    Offensichtlich hatten sie das Bewusstsein, dass für Erfolg des Mutigen auch Glück gehört, also Dinge, die kein Mensch in der Hand hat. Auch das sollte man nicht vergessen.

    Wahrer Mut erwartet keinen Beifall. Jemand der mutig ist, macht kein Gedöns drumrum. Meistens ist ihm die Sache und das Lob eher peinlich. Im Extremfall wirft er den Handschuh, den er aus der Löwengrube geholt hat, der Dame, die ihn dort reinfallen hat lassen, um ihn und seinen Mut zu testen, ins Gesicht. Das ist natürlich weder gentlemanlike noch comme il faut aber irgendwie schon nachvollziehbar.

    Mut bedarf nicht vieler Worte, es genügt manchmal ein Satz wie der
    Lucile Desmoulins in Büchners „Dantons Tod“ . Nachdem sie erfährt, dass Danton und ihr
    Mann Camille, die die französische Revolution menschlich machen wollen,
    Opfer des terreur geworden sind, den – und das ist das Tragische – St. Just und
    Robespierre für notwendig halten, um eine gerechtere und bessere Gesellschaft aufzubauen, sagt sie „Es lebe der König“ . Sie weiß, dass sie dieser Satz auf die Guillotine bringen wird.

    Vielleicht braucht es auch gar keiner Worte, wie das Beispiel der stummen Kattrin aus der „Mutter Courage“ zeigt. Die Courage selber trägt zwar den Mut in ihrem Namen, mutig ist sie aber nicht, sie erklärt viel mehr, dass es in einem anständigen Land keine Helden braucht, und dass alle mittelgescheit und ihretwegen Feiglinge sein können. Die Kattrin aber ist mutig. Sie redet nicht, sie würde auch nicht reden, wenn sie es könnte. Sie handelt. Sie nimmt sich eine Trommel , das Instrument, das den Angriff der Landknechte ankündigt, steigt auf ein
    Dach , trommelt, um eine Stadt und ihre schlafenden Bewohner vor einem tödlichen Überfall zu warnen und lässt sich weder von Versprechungen noch Drohungen davon abhalten. Sie hat Erfolg, die Menschen in der Stadt hören ihr Trommeln, aber sie bezahlt ihren Mut mit ihrem Leben.

    Die letzten beiden Beispiele sind mir unter der Hand zu negativ geraten, weil beide für die Muthaberinnen schlecht ausgehen und damit keine Ermutigung zum Mutigsein sind. Ich will meinen Beitrag nicht so enden lassen, deshalb zum Schluss zwei historisch verbürgte Geschichten aus unserem Raum, in denen der Mut honoriert wurde.

    Einmal die mutigen Weiber aus Weinsberg : Im Jahr 1140 zwang Konrad IV, der Vorgänger von Friedrich Barbarossa , die Bewohner der Burg Weinsberg ( bei Heilbronn ) , die sich gegen ihn erhoben hatten, zur Kapitulation , auf Gnad und Ungnad, wie man damals sagte
    Der zornige König schwor, er würde alle Männer aus der Burg hinrichten lassen. Lediglich die Kinder würde er verschonen und den Frauen würde er freien Abzug gestatten, sie dürften allerdings nur das mitnehmen was sie auf ihren Rücken tragen konnten. Sie und das was sie auf ihren Rücken tragen würden , würde er und seine Leute nicht antasten. Die Frauen nahmen ihre Männer Huckepack und man kann sich vorstellen dass es viele kleine schwere mutige Schritte waren , die sie von der Burg herab in das Lager des Königs führten , der sein Versprechen hielt und die Männer begnadigte.

    Und dann gibt es die Geschichte des Kronenwirts aus Staufen im Breisgau. Als 1848 die badische Revolution ausbrach und das Standrecht erklärt wurde, wurde bei dem dort ansässigen Kronenwirt eine Haussuchung gemacht und offensichtlich stark inkriminierendes Material gegen ihn gefunden. Als der Kronenwirt zur Füsilierung abgeführt wurde, rief er auf den Stufen seines Haus „Ich duld es nicht,dass ich erschossen werd“ ( ich nehme an dass er eher „I duld es net, das i erschosse werd“ gesagt hat , ich hoffe dass das halbwegs korrektes Alemannisch ist ) . Diese mutige , freimütige ( und wahrscheinlich unfreiwillig komische ) Äußerung rettete ihm sein Leben und möglicherweise auch sein Haus , das vielleicht sonst niedergebrannt worden wäre. Sein Satz ist in Staufen auf dem Haus der Kronenwirtschaft in einer Bildszene verewigt.

    Freilich konnte man sich damals auf das Wort eines Königs verlassen und mit dem Humor auf von großherzoglichen Gendarmen vielleicht nicht rechnen aber vielleicht doch hoffen. Vielleicht kommt es auch nicht von ungefähr, dass beide Geschichten an Orten spielen, wo es einen guten Wein hat, der ja bekanntlich eine Quelle der Wahrheit, der Inspiration und des Humor ist.

    So , das waren meine zwei Cents zu diesem Thema. Wahrscheinlich gibt es viele Dinge, die ich vergessen habe, aber ich habe ja auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Ausführungen erhoben.

    Ich wünsche jedenfalls den Organisatoren und dem Projekt viel Erfolg und hoffe , dass
    man den Kalender irgendwann mal hier auch bestellen und käuflich erwerben kann.

  9. Bei nochmaligem Nachdenken glaube ich, dass ich in meinem vorherigen Beitrag zu voreilig war, Handeln zu einer Notwendigkeit von Mut zu erklären.

    Es gibt Formen von Mut, die nicht notwendigerweise mit Handeln verbunden sind: den Mut, Leiden zu akzeptieren und sein Schicksal auf sich zu nehmen, zum Beispiel
    eine chronische Krankheit oder ein behindertes Kind. Oder den Mut des Eingestehens von eigenen Fehlern, von Scheitern und Versagen. Oder, was ich an mir beobachte,
    dass es mir sehr leicht fällt, wütend zu sein, wenn man mir ( oder
    Menschen, die ich mag, was mich noch mehr auf die Palme bringt ) unrecht tut
    aber dass es mir verdammt schwerfällt, einzusehen, dass ich genauso Menschen ungerecht bewerte und bewertet habe und dass mir der Mut fehlt,
    zuzugeben, dass ich sie auch ungerecht behandelt habe. Dass man die Splitter in den Augen
    seines Nächsten sieht und die Balken in den eignen nicht, mag eine allgemeine menschliche Wahrheit sein , aber sie entschuldigt nicht die eigene Schwäche. Es gehört zur condition humaine , Fehler zu machen. Es irrt der Menschen, solang er strebt, sagt Goethe. Einen Fehler zu machen und ihn nicht zu korrigieren, erst das ist ein Fehler, sagt Konfuzius. ich bin nicht so vermessen, die beiden toppen zu wollen. ich hoffe nur,
    dass ich den Mut immer häufiger finde zu sagen: ok, ich habe eine Fehler gemacht, aber ich bring es wieder in Ordnung oder versuche es zu mindestens.

    Vielleicht war ich auch zu pauschal und plakativ, als ich den Mut mit dem Ergebnis der Folgen des Muts in Zusammenhang gebracht habe. Ob etwas mutig ist, hat nichts
    damit zu tun, ob man schlussendlich Erfolg hat, zumal Erfolg (wie auch Mut) eine
    überaus subjektive Sache ist, genauso wie sich mancher „Sieg“ später bei Lichte betrachtet als Pyrrhussieg herausstellt. Post festum ist man natürlich immer schlauer, insoweit wäre es unfair – und das war auch nicht meine Absicht – den Mutigen zu diskreditieren nur weil sein Mut nicht das Ergebnis gehabt hat, das er verdient hätte . Dennoch glaube ich, dass man auch das „Quidquid agis, agas prudenter et respice finem“ = „Was auch immer du tust , handele klug“ (oder besonnen oder vorsichtig, was prudens ja auch heißt ) „und achte drauf, was raus kommt“ nicht ganz aus den Augen verliert.

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