Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße

akh300Wer steckt hinter den „Mutigen Schritten“? Wir wollen hier in loser Folge die Menschen vorstellen, die hinter den Kulissen tätig sind, Beiträge schreiben, Bilder machen, sich um die Logistik kümmern. Ich fange einfach mal an …

Die letzten Wochen waren ganz schön turbulent. Leser für die „Mutigen Schritte“ mussten gesucht, ein Blog gebastelt, Pressemitteilungen geschrieben werden … Ein cooles Projekt, hab ich mir gedacht, eins, das mir richtig viel Spaß macht. Aber erst jetzt, nachdem die Ausschreibung online ist und die ersten Reaktionen zeigen, dass das Projekt auf viel Interesse und Begeisterung stößt – erst jetzt komme ich dazu, mal darüber nachzudenken, was das eigentlich mit mir zu tun hat.

Ganz schön viel. Im Rückblick stelle ich fest, dass ich in den letzten Monaten hinsichtlich Mut sozusagen Siebenmeilenstiefel anhatte. Beim Marschieren selbst kam mir das gar nicht so vor. Etwa als ich meinen sicheren, gut bezahlten Job gekündigt hab, um mir eine Auszeit zu nehmen und einfach mal zu schauen, was das Leben sonst noch so für mich auf Lager hat. Oder als ich mich entschieden hab, mich meiner Angst vor toten Menschen zu stellen und ein Praktikum beim Bestatter zu machen. Und natürlich jetzt immer noch, wenn ich im neuen Job immer wieder Aufgaben übernehme, von denen ich 10 Minuten vorher noch dachte, dass ich das nie & nimmer kann.

Zu Beginn meiner Auszeit hat mir meine Freundin Anette das schöne Zitat von Martin Walser mitgegeben: „Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.“ Und ich durfte dann erfahren, dass das tatsächlich so ist: der Weg entsteht in dem Moment, in dem du losmarschierst. Du musst dich erst einmal in Bewegung setzen, ins Ungewisse hinein. Du weißt nicht, wohin dich das führen wird – und plötzlich entdeckst du so viel Neues, Unverhofftes, Wunderbares …

Und nun bin ich so ein bisschen angekommen im neuen Job, darf als erstes Projekt die „Mutigen Schritte“ betreuen und andern damit Mut machen, diesen, ihren eigenen Weg zu entdecken. Das ist ja schon fast zu gut, um wahr zu sein!

(Wenn man mittendrin steckt, erscheint einem das Leben manchmal wie ein beliebiges Kuddelmuddel. Wenn man dann gelegentlich innehält und zurückblickt, dann sieht es zuweilen aus, als hätte es jemand komponiert. Wozu so ein Sonntag nicht manchmal gut ist …)